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DIE WIENER WAHLÄRZTE |
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Die Wiener Wahlärzte werden von Tag zu Tag mehr: Schätzungen zufolge wird heuer bzw. zu Beginn 2005 die Schallmauer durchbrochen und es wird in Wien mehr Wahlärzte als Kassenärzte geben.
Dieser Trend ist auch im benachbarten Niederösterreich zu beobachten. Wien ist jedoch ein deutlich härteres Pflaster für Wahlärzte, da die „Mitbewerber“ = Kassenärzte in enger Nachbarschaft sind, während in ländlichen Bereichen der Wahlarzt oft die einzige ärztliche Versorgung im engeren Umkreis darstellt. Weiters ist bei der Wiener Schätzung der Anzahl der Wahlärzte auch noch zu beachten, dass es viele Angestellte Ärzte mit zusätzlicher Wahlarztordination gibt: Sollte es daher eine Änderung in den diversen Kollektivverträgen der Krankenanstalten im Sinne einer Einschränkung oder eines Verbotes der Nebenbeschäftigung geben, wäre dies ein deutlicher Rückschlag.
Auch wir Wahlärzte hängen umgekehrt von einem funktionierenden Sozialversicherungssystem ab, daher muss man der neuen Vertragsregelung mit den Kassenärzten prinzipiell zustimmen. Insgesamt ändert sich für die Wahlärzte puncto der bestehenden Honorarabrechnung (80-Prozent-Regelung) nichts. Jedoch wird eine bereits allgegenwärtige vordergründige Sparpolitik immer erdrückender; vordergründig deswegen, da echte und sinnvolle Konzepte fehlen und statt dessen bei Medikamenten gespart werden soll. Der Anteil der verschriebenen Generika liegt in Wien österreichweit am niedrigsten (unter 5 Prozent) und soll heuer, geht es nach den Vorstellungen der Krankenkassen, deutlich angehoben werden. Als Mitglied des Forschungsreferates der ÄK Wien kann ich nur vor einem möglichen Qualitätsverlust warnen.
Generika unterliegen nicht den strengen klinischen Prüfungen, die bei Originalpräparaten verlangt werden und unterscheiden sich zwangsläufig in ihrer Galenik. Ein auf uns zukommendes Problem wird die unter dem Deckmantel „Qualitätssicherung“ vermehrte Kontrolle der Ordinationen durch nichtmedizinisches Personal, aber auch für Wahlärzte zum Teil nicht finanzierbare Auflagen (z.B. Sterilisationsgeräte, behindertengerechte Ordinationen).
Auf der anderen Seite ist natürlich ein gewisser Qualitätsstandard erforderlich. Bei Qualitätsfragen oder allgemeinen Fragen zur Wahlarztordination bitte ich das Wahlarztreferat zu kontaktieren.
Ein wesentliches Qualitätsmerkmal ist die Dokumentation in der Ordination, die nicht nur aus forensischen Gründen, sondern auch aus Sicht der Patienten EDV-mäßig erfolgen sollte. Leider ist ein durchschnittliches Ordinationsprogramm für eine kleinere Wahlarztordination nicht nur zu aufwendig, ist es vor allem zu teuer.
Da viele Wahlärzte angestellt sind, lassen sie sich von geringen Monatsbelastungen täuschen – als Unternehmer muss man immer ein ganzes Jahr betrachten (Jahressumme).
Die Hauptschwierigkeit liegt aber in der Betreuung und Aktualisierung der EDV. Hier haben die meisten Firmen einen Totalversager. Daher sollten sie vor Ankauf eines EDV-Systems Rücksprache mit Kollegen und seriösen Firmen halten – das Wahlarztreferat hilft Ihnen gerne weiter.
An dieser Stelle möchte ich, dass Pilotprojekt „Wochenendordination“ nochmals besonders hervorheben. Alle Kollegen die an einem Wochenende Ordination im Sinne einer standardisierten Ordination Interesse haben, sollen sich bitte im Wahlarztreferat für dieses Projekt anmelden. Entweder telefonisch, per Internet oder per Fax.
Wenn es gelingt mindestens 20 Kollegen zu rekrutieren und diese sinnvolle Fächer repräsentieren, könnte man ein Pilotprojekt starten. Ich hoffe auf zahlreiche Mitarbeit und wünsche Ihnen viel Erfolg im neuen Jahr.
Prof.Dr.Peter Frigo
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